Login

Lost your password?
Don't have an account? Sign Up

Erasmus+ : Irland – ein Erfahrungsbericht

Anfang April bin ich für gut sechs Wochen für einen Austausch nach Irland gereist.

Das Land Irland ist eine Insel, liegt in Nordwesteuropa, im Atlantik und gehört zur EU. Außer Englisch ist auch Irisch-Gälisch offizielle Amtssprache. Irland wird wegen der grünen Landschaft auch die „grüne InseI“ genannt. Mit einer Fläche von gut 70.000 km2 ist Irland ungefähr so groß wie Bayern und hat insgesamt rund 5,4 Mio. Einwohner. Damit hat es eine Bevölkerungsdichte von 76 Einwohner pro Quadratkilometer, in Deutschland hingegen leben 233 Einwohner auf einem km². Neben eher wenigen Großstädten wie der Hauptstadt Dublin im Osten und Galway im Westen gibt es eher kleine Städte und sehr viele ziemlich kleine Dörfer. Auch meine Gastfamilie wohnt in einem kleinen Ort direkt am Meer, von dem aus wir mit dem Regionalzug zur Schule gefahren sind. Für Freizeitaktivitäten sind die Menschen also mehr auf Autos sowie öffentliche Verkehrsmittel angewiesen als ich es aus Heidelberg/ Deutschland gewohnt bin. 

Gemeinsam mit meiner Austauschschülerin Sophia habe ich die Loreto Secondary School Balbiggan, rund 35 km nördlich von Dublin besucht.
In Irland sind geschlechtergetrennte Schulen sehr typisch, auch die Loreto Secondary School ist eine reine Mädchenschule. Anfangs ungewohnt war zudem das verpflichtende Tragen einer Schuluniform. Es gibt zwei Uniformen: eine mit Bluse, Strickpullover, langem Karo-Rock und Kniestrümpfen und einen einheitlichen Jogginganzug für die Tage, an denen man Sportunterricht hat.

Der Unterricht beginnt später als bei uns, erst um 9.10 Uhr, und endet dafür aber auch erst um 16 Uhr.
Ich habe den Unterricht im sogenannten „transition year“ besucht. Das „transition year“, kurz TY, entspricht in unserem Schulsystem der 10. Klasse und ist ein Orientierungsjahr zwischen der Mittel- und der Oberstufe. Entsprechend finden in diesem Schuljahr weniger „klassische“ Schulfächer statt und man hat die zusätzliche Möglichkeit, an besonderen Angeboten und Projekten teilzunehmen. Es wird nur wenig neuer Unterrichtsstoff behandelt, sondern vorwiegend Inhalte der letzten Jahre wiederholt. Deshalb schreibt man in diesem Schuljahr keine benoteten Klassenarbeiten und Tests, sondern schreibt einen  einzigen Test oder hält kurze oder kleine Präsentationen, die aber nicht versetzungsrelevant sind. Es gibt auch kein Fächer differenziertes Zeugnis mit Noten sondern ein allgemeines (Abschluss-)zertifikat (in dem gut super gut,…. ) 
Als Projekt haben beispielsweise viele Schüler aus dieser Klassenstufe zusammen das Musical „Mary Poppins“ geprobt und zum Schuljahresende aufgeführt. Ich habe in der Schule einen Erste-Hilfe-Kurs absolviert und in „Filmstudies“ haben wir in kleinen Gruppen kurze Filme gedreht. Außerdem habe ich außergewöhnliche Fächer wie „Foren sic“ besucht, eine Mischung aus unseren Fächern Chemie und Biologie. Zudem habe ich in „Ceramics“ eine Keramikarbeit gemacht und am gemeinsamen Sportfest der irischen Loreto Schulen teilgenommen.

Ende Mai hat das Schuljahr in Irland dann schon geendet und die dreimonatigen Sommerferien haben begonnen. So habe ich kurz vor Schuljahresschluss am Freizeitparkausflug meiner irischen Klasse und der graduation-Feier teilgenommen. Für mich war das irische Schuljahre sende zugleich das Ende meines Irlandaufenthalts, zum Ferienbeginn bin ich wieder zurück nach Heidelberg gereist.

Anfangs fiel es mit etwas schwer, die ganze Zeit Englisch zu sprechen, aber es wurde zunehmend leichter. Ich wurde von allen total freundlich und herzlich aufgenommen, habe viele nette Leute kennengelernt und neue Freunde gefunden. Die sechs Schulwochen waren insgesamt sehr abwechslungsreich und in vielerlei Hinsicht ganz anders als im Hölderlin Gymnasium. Es war eine total tolle Erfahrung und ich habe viele schöne Erinnerungen!

Jonna Kleinhenz